Raufasertapete entfernen

Raufasertapete zu entfernen ist mühselig.

Solltest du Raufasertapete entfernen oder einfach mit neuer Tapete überdecken?

Deine Wände strotzen nur so vor Rausfasertapete, obwohl du es selbst gar nicht mehr sehen kannst? Du möchtest deinen Wänden einen neuen, raufaserfreien Look verpassen? Dann überlege dir gut, wie du dabei vorgehen möchtest und wie viel Tapete du ohne unerwünschte Nebenwirkungen entfernen kannst. Da Raufasertapete meistens aus eher praktischen statt stilistischen Gründen verwendet wird, verstecken sich oft kleine Mängel unter ihrer Oberfläche. Besonders beliebt ist Raufasertapete bei sparsamen Vermietern – trotz der geringen Qualität und der mühseligen Arbeit bei der Entfernung. Leider folgt die Mehrheit der Vermieter in Deutschland und dem Vereinigten Königreich dieser Philosophie. Somit sind es die Mieter, die sich mit der beschwerlichen Arbeit auseinandersetzen müssen, um ihre eigenen vier Wände wohnlich und gemütlich zu gestalten. Lasst uns daher einen Blick darauf werfen, welche Möglichkeiten euch offen stehen, um Raufasertapete bestmöglich zu nutzen.

Weiterlesen:

  • Was ist Raufasertapete?
  • Was erwartet dich bei der Entfernung von Raufasertapete?
  • Raufasertapete mit schöner Tapete überkleben
  • Zusammenfassung Was ist unter der Tapete?

    Du weißt nie, was sich darunter verbirgt.

    Was ist Raufasertapete?

    Raufasertapete besteht aus zwei Schichten von dünnem Papier mit Holzschnipseln / Sägespänen dazwischen. Bei der Anbringung wird der Tapetenkleister direkt von dem Papier aufgenommen und verschmilzt mit der Wand. Aus diesem Grund ist es sehr schwierig, die Tapete später wieder zu entfernen. Ironischerweise ist es allerdings auch nicht ganz einfach die Tapete anzubringen, ohne dass Risse oder Falten entstehen. Raufasertapete ist der Spitzenreiter unter den Tapeten hinsichtlich der geringsten Qualität. Raufaser verleiht Tapeten einen schlechten Ruf, den sie nicht verdient haben.

    Ursprünglich wurde Raufasertapete in Deutschland im frühen 20. Jahrhundert eingeführt und vor allem für Schaufenster verwendet. Heutzutage ist es die meistgenutzte Tapete in Deutschland und auch im Vereinigten Königreich sehr beliebt. Es ist vor allem bei sparsamen (oder geizigen) Vermietern beliebt, da Raufaser eine billige und einfache Möglichkeit bietet, um kleine Makel in den Wänden abzudecken. Es ist so billig wie Sägespäne – die streng genommen auch nur Holzabfall sind.

    So sieht „Neu-Tapezieren“ aus So sieht „Neu-Tapezieren“ aus

    Auf der linken Seite ist Raufasertapete und auf der rechten Seite ist das Ergebnis vom “Drüber-Tapezieren” ohne ein Untergrundvlies. Nicht schlecht, oder?

    Was erwartet dich bei der Entfernung von Raufasertapete?

    Falls du nicht zur Miete wohnst und für länger an diesem Ort bleiben möchtest, dann ist die Entfernung von Raufasertapete stark zu empfehlen. Sei dir jedoch bewusst, dass diese Aufgabe viel Geduld und Zeit erfordert und das keine andere Tapete so schwierig zu entfernen ist. Solltest du das nötige Kleingeld haben, dann denke in Ruhe darüber nach, diese Aufgabe in professionelle Hände zu geben. Es kann dir viel kostbare Zeit und Nerven ersparen.

    Solltest du dich jedoch dafür entscheiden diese Aufgabe selbst anzugehen, dann hast du damit die einmalige Chance dein Können als Archäologe oder Archäologin unter Beweis zu stellen. Jede Schicht aus Papier und Farbe muss „ausgegraben“ werden. Bemalte Raufasertapete lässt sich nicht streifenweise entfernen, sondern immer nur in kleinen Stücken. Dafür solltest du dir professionelles Werkzeug ausleihen, beispielsweise einen Dampftapetenablöser. Optimalerweise solltest du keinen Metallschaber benutzen, da dieser die Wand unter der Raufasertapete leicht beschädigen kann. Sollte sich die Tapete partout nicht entfernen lassen, dann versuche es mit einer Nagelwalze. Mit dieser können kleine Löcher in die Tapete gebracht werden, welche wiederum das Eindringen des Wasserdampfs erlauben. Pass allerdings auf, dass du die tatsächliche Wand darunter nicht beschädigst. Zum Schluss musst du sicherlich über ein paar Stellen noch drüber spachteln, allerdings sollte das höchstens ein paar Minuten dauern. Und wenn dann all die harte Arbeit beendet ist, dann wirst du mit einer frischen Wand zur Neutapezierung belohnt!

    Tapete mit Struktur deckt bumps

    Dicke Tapete mit Struktur und Untergrundvlies darunter kann Dellen von Raufasertapete überdecken. Frag nach dieser Tapete hier.

    Raufasertapete mit schöner Tapete überkleben

    Du wohnst zur Miete oder hast einfach keine Zeit und Geduld um die alte Raufasertapete abzukratzen? Dann kannst du auch das „Drüber-Tapezieren“ als eine Möglichkeit in Erwägung ziehen, um deinen Wänden neuen Glanz zu verleihen. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass das Ergebnis eventuell nicht perfekt wird, da die neue Tapete manchmal nicht alle Unregelmäßigkeiten der Raufasertapete überdecken kann – es ist also alles eine Frage der Erwartungshaltung.

    Hier in Berlin ist leider die ganze Stadt mit Raufaser bedeckt. Nachdem einige Mitglieder von unserem Tapeto Team sehr viel Zeit mit der Entfernung von Raufaser zubrachten, haben auch sie sich für die leichtere Variante des „Drüber-Tapezierens“ in den anderen Räumen entschieden. In einem Raum haben sie sogar ein Wandbild bzw. eine Fototapete angebracht. Obwohl man hier immer noch die Unebenheiten in den Wänden fühlen kann, werden sie optisch kaum wahrgenommen, da die Aufmerksamkeit auf das Motiv der Tapete gelenkt wird. Dies ist bereits 3 Jahre her und immer noch ist die neue Tapete in einem sehr guten Zustand und schafft jeden Tag aufs Neue ein angenehmes Wohngefühl.

    Eine andere Möglichkeit, um die Unebenheiten zu kaschieren, ist die Verwendung von Tapete mit einer unregelmäßigen Struktur. So kann beispielsweise Tapete, die wie Marmor oder Ziegelstein aussieht, einen gesteigerten Effekt erzielen.

    Falls du Unebenheiten oder kleine Dellen so wenig wie möglich sehen möchtest, dann kannst du einen einfachen Trick anwenden und ein Untergrundvlies verwenden. Damit schaffst du leicht und schnell eine gute Grundlage für eine ebene Oberfläche. Anschließend solltest du nur noch darauf achten, Tapeten mit dickerer Struktur auszuwählen. So bleibt wenig bis nichts mehr von den einstigen Dellen übrig. Dunklere Farben werfen zudem hilfreiche Schatten, wodurch Unebenheiten zusätzlich unsichtbar werden.

    Weitere Tipps und Tricks zum Umgang mit unebenen Wänden findest du auch in unserem Artikel ‘Kann ich unebene Wände tapezieren?’.

    Fototapete mit Marmoreffekt und Struktur

    Verdeckte Unebenheite mit diesem Wandbild mit Marmoreffekt. Eine Tapete, die mit etwas Struktur sogar noch besser zur Geltung kommt.

    Zusammenfassung

    • Raufasertapete ist zwar günstig, aber von geringer Qualität.
    • Die Entfernung von Raufasertapete ist sehr mühselig, da sich immer nur kleine Stücken lösen lassen.
    • Raufasertapete wird meistens zur Verdeckung von unebenen oder beschädigten Wänden genutzt.
    • Überlege gründlich, ob du dir professionelle Hilfe holst – das kann dir viel Zeit und Nerven sparen. Ein MUSS ist zudem die Ausstattung mit professionellem Werkzeug.
    • Unebenheiten, die durch Raufasertapete entstanden sind, können gut durch Untergrundvlies oder dicke Tapete mit Struktur kaschiert werden. Nur Mut zum Drüber-Tapezieren!
    • Alles ist besser als Raufasertapete!

    Würdest du die alte Raufasertapete abkratzen oder entscheidest du dich lieber für die Variante des Drüber-Tapezierens? Sag uns deine Meinung in den Kommentaren!

    Wie gestalte ich Wände mit Raufasertapete pin