Papiertapeten kleben – Wie tapeziert man eine Papiertapete richtig? pin Anleitung zum Tapezieren von Papiertapete

Eine ausführliche Schritt für Schritt Anleitung zur perfekten Wand mit Papiertapete

Heutzutage sind Tapeten eine tolle Möglichkeit, um deinen Wänden frischen Glanz zu verpassen. Folge beim Tapezieren einfach dieser Schritt-für-Schritt Anleitung und deine Wand wird sich in ein neues Highlight deiner Wohnung verwandeln. Lies’ weiter, um von unseren Erfahrungen zu profitieren. Gern verraten wir dir alle Tipps und Tricks, damit du Papiertapeten schnell und vor allem richtig anbringen kannst!

Inhalt:

Bevor du mit dem Tapezieren loslegst, stelle sicher, dass du wirklich genug Tapete gekauft hast und dass das nötige Werkzeug und Zubehör bereit liegt. Natürlich sollte auch . der Raum und deine Wand bereits vorbereitet sein (wenn es nötig ist). Wenn du nun auch schon deine Tapete richtig zugeschnitten hast, dann kann es endlich losgehen!

Große Wirkung für kleines Geld mit Hilfe von Tapeten

Muss ich die Wand oder die Tapete einkleistern?

Um herauszufinden, wie deine Tapete angebracht wird, halte nach einem der obigen 3 Symbole Ausschau. Vliestapeten können mit der Wandklebetechnik angebracht werden. Papiertapeten müssen hingegen immer direkt eingekleistert werden (außer das Trägermaterial besteht aus Vlies). Hat deine Tapete eine blaue Rückseite (z.B. weit verbreitet bei Fototapeten) ist dies ein sicheres Zeichen für eine Papiertapete. Vorgekleisterte Tapeten sind in Deutschland sehr selten und spielen daher kaum eine Rolle. Um wirklich sicher zu gehen, finde das passende Symbol auf dem Einleger deiner Tapete. Anderenfalls finde zumindest das Material heraus und halte dich an unsere Vorschläge oder frage nochmal bei dem Händler deines Vertrauens nach.

WICHTIG: Papiertapeten und Vliestapeten müssen unterschiedlich angebracht werden! Nutze unsere andere Schritt-für-Schritt Anleitung, “[Anleitung] Vliestapeten kleben – Wie tapeziert man eine Vliestapete richtig? ” wenn du eine Vliestapete gekauft hast.

Die eingekleisterte Tapete wird gefaltet, damit der Kleister gut einweichen kann. Es gibt keine Falten oder Bläschen. Die Ränder werden nicht zerdrückt. Die Oberfläche ist eben.

1 - Kleister mischen und auftragen

Nun ist es Zeit, den Kleister zu mischen. Die Kleistersorten unterscheiden sich, daher gehe am Besten einfach nach der Herstelleranleitung vor. Diese ist meistens direkt auf der Kleisterverpackung aufgedruckt. Nutze dann eine Tapetenbürste oder eine Tapetenwalze, um den Kleister großzügig auf der ersten Bahn aufzutragen. Vergiss dabei die Ecken nicht!

Profitipp: Möchtest du einen großen Raum tapezieren oder hast du mehrere Tapetenprojekte geplant, dann lohnt sich die Anschaffung einer Kleistermaschine. Mit dieser ist es ein Kinderspiel den Kleister gleichmäßig aufzutragen und insbesondere bei hohen Räumen und langen Tapetenbahnen merkt man die Arbeitserleichterung deutlich.

Tapete richtig falten und einweichen

2 - Falten und Einweichen der Tapete

Tapetenkleister verdunstet sehr schnell. Das wollen wir jedoch verhindern, da der Kleister unbedingt eine Zeit lang in das Papier einweichen muss. Falte die eingekleisterte Tapete so, dass sich – wie abgebildet - beide Enden in der Mitte treffen. Die eingekleisterten Seiten liegen nun aufeinander, damit die Tapete gut weichen kann, aber der Kleister gleichzeitig nicht zu schnell verdampft. Zerdrücke das Papier an der Falte auf keinen Fall. Dieses kleine Stück ist als einziges etwas Luft während des Einweich-Prozesses ausgesetzt. Dies ist jedoch kein Problem, wenn die Tapete großzügig mit Kleister bestrichen wurde (insbesondere an Ecken und Nähten).

Das Papier wird sich während des Einweichvorgangs leicht verziehen. 2 Sachen solltest du unbedingt beachten.

1. Lasse alle Tapetenbahnen exakt gleich lang einwirken, damit sich die Bahnen exakt gleich lang dehnen und an der Wand zusammenpassen.


2. Beachte die angegebene Weichzeit des Herstellers. Weicht die Tapete zu kurz, wird sie sich an der Wand weiter verziehen und es entstehen Blasen, Falten oder Risse. Weicht die Tapete zu lang, ist der Kleister möglicherweise verdampft.

Dies umzusetzen ist schwieriger als es klingt. Aber falsches Einweichen ist einer der Hauptgründe für gescheiterte Tapetenprojekte. Wenn diese Vorgaben jedoch eingehalten werden, dann passen auch die Muster und Übergänge perfekt zueinander (besonders wichtig bei Fototapeten!).

Um sicherzugehen, dass wirklich jede Bahn genau gleich lang einwirkt, muss immer erst sorgfältig eine Tapetenbahn eingekleistert und angebracht werden bevor die nächste Bahn gekleistert wird. Mehrere Bahnen gleichzeitig einzukleistern ist daher keine Option!

Psssst… kleiner Geheimtipp: Vliestapeten lassen sich viel leichter tapezieren - ganz ohne Falten und Einweichzeiten. Einfach die Wand einkleistern, die trockene Vliestapete drauflegen, feststreichen und fertig! Noch besser: Vliestapeten sind dimensionsstabil. Egal ob eingekleistert oder nicht, die Größe der Tapetenbahnen ändert sich nicht!

Frau beim Tapezieren

Lass das untere Ende des Papier solange umgeklappt bis es direkt angebracht wird. So stellst du sicher, dass der Kleister nicht verdunstet und du kannst dich voll und ganz auf das Tapezieren der oberen Hälfte konzentrieren.

3 - Die Richtung der Tapete feststellen

Hat deine Tapete ein oberes und unteres Ende? Nicht alle Tapeten befinden sich in den Rollen schon in der richtigen Richtung! Auf dem Kopf stehende Vögel an deiner Wand sind vermutlich nicht das was du möchtest, also kontrolliere lieber kurz die Richtung deiner Tapete!

4 - Starte weit entfernt von der nächsten Lichtquelle

Starte das Tapezieren an einem Punkt, der am weitesten entfernt zur Hauptlichtquelle liegt (Fenster oder Lampe). Passiert es dir später, dass du die Bahnen minimal überlappend klebst, wirft das Licht zumindest keine Schatten auf die Naht.

Vertrauen ist gut, Lotlinien sind besser! Wir haben schon viele Wände tapeziert, aber keine davon war so gerade, dass man sich daran orientieren konnte. Nimm dir die Zeit und zeichne mit Lot oder Wasserwaage wirklich senkrechte Linien zur Orientierung beim Tapezieren. Eine kleine Unebenheit mag am Anfang nicht wie ein großes Problem erscheinen, aber das Problem wird sich über den gesamten Raum fortsetzen und vergrößern und am Schluss wirkt das ganze Ergebnis schief. Bringe deine Tapetenbahn daher erst an der Lotlinie auf einer Seite an und beginne sie dann langsam über die Wand zur anderen Seite glatt zu streichen und bestenfalls Bläschen zu beseitigen. Nutze dafür eine Tapezierbürste oder einen Plastikspachtel. Für die Nähte eignet sich zudem eine kleine Tapezierwalze. Versuche die Bläschen direkt beim Anbringen auszustreichen und nicht erst danach. Die untere Hälfte der Tapete lässt du dabei umgeklappt, um zu verhindern, dass der Kleister verdunstet. Außerdem solltest du ständig die Lotlinie im Blick haben.

5 - Papier- und Kleisterreste entfernen

Ganz zum Schluss, also nachdem die Tapete gut klebt und alle Bläschen entfernt wurden, kannst du die Enden der Tapetenbahnen mit Lineal und Cuttermesser anpassen. Nutze die Pausen zwischen einzelnen Bahnen auch, um überflüssigen Kleister, der versehentlich auf deiner Tapete gelandet ist, zu entfernen. Weder auf deinen Arbeitsoberflächen (beispielsweise dem Fußboden oder Tisch) noch an deinen Händen sollten klebrige Reste hängen bleiben. Bewahre den Überblick und beherrsche das Chaos.

6 - Tapete langsam trocknen lassen

Lasse das Fenster geschlossen und deine Tapete in Ruhe trocknen. Das Fenster zu öffnen ist leider ein typischer und weit verbreiteter Anfängerfehler. Falls die frische Tapete zu starker Zugluft oder Hitze ausgesetzt ist, dann verdunstet der Kleister an Ecken und Nähten zu schnell und die Tapete blättert ab. Die optimale Umgebung zum Trocknen von Tapete ist 20°C warm und ohne Zugluft.

Papiertapeten kleben – Wie tapeziert man eine Papiertapete richtig? pin

Zusammenfassung

  • Vliestapeten und Papiertapeten werden ganz unterschiedlich angebracht. Vliestapete kann direkt auf die Wand geklebt werden, bei Papiertapeten muss man die Tapete einkleistern, falten und Einweichzeiten beachten.
  • Schneide die Tapetenbahnen vollständig vor dem Anbringen zu. Dies ist wesentlich einfacher und sauberer und gibt dir außerdem die Möglichkeit, die Tapete auf eventuelle Mängel zu prüfen.
  • Nachlässiges Falten der Tapete ist einer der Hauptgründe für Blasen und Falten. Halte dich daher EXAKT UND KONSTANT AN DIE EINWEICHZEITEN des Herstellers der Tapete.
  • Vertraue nie blind darauf, dass deine Wände oder Decke gerade sind, sondern nutze immer eine Wasserwage oder ein Lot, um entsprechende Lotlinien anzuzeichnen!
  • Tapete muss langsam trocknen. Öffne daher keinesfalls die Fenster, um den Prozess angeblich zu beschleunigen.
  • Bist du Tapezieranfänger? Dann entscheide dich lieber für eine Vliestapete!

Viel Spaß beim Tapezieren und erzähl uns von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Du willst noch ein paar extra Tipps erhalten? Dann lies unseren Artikel “8 typische Fehler beim Tapezieren”, um ein richtiger Profi zu werden.