Tapetenrollen mit pinkem und türkisem Zickzack-Muster von Lars Contzen

Diese grafische Zickzack-Tapete von Lars Contzen kann sofort an die Wand gebracht werden.

Wie werde ich ein Tapezier-Experte?

Durch moderne Tapeziertechniken und mit Hilfe richtiger Werkzeuge ist es heutzutage viel leichter Tapeten anzubringen, als viele Leute vermuten. Falls du aber nicht die richtigen Insider-Tipps kennst, kann sich das Tapezieren auch als sehr mühselige Arbeit herausstellen. Lies weiter, um herauszufinden, welche 8 typischen Fehler du leicht und einfach vermeiden kannst. Tapeziere lieber stressfrei!

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Kunstvolle rote Barocktapete

So lange du eine scharfe Klinge zur Hand hast, stehen dir weder Paneele, noch Türen oder Fenster im Weg!

1 – Keine richtigen Werkzeuge

Die beste Möglichkeit, um dir das Leben als selbsternannter Handwerker oder selbsternannte Handwerkerin zu erleichtern, ist die Auswahl richtiger Werkzeuge. Beim Tapezieren ist ein scharfes Cuttermesser das A und O. Kauf‘ dir gleich eine Schachtel mit mehreren Rasierklingen und tausche die Klingen gleich aus, sobald eine stumpf wird (was ziemlich schnell passieren kann). Damit kannst du deine Wände doppelt so schnell und vor allem sauber in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Gegen Luftbläschen unter der Tapete verwenden Profis sogenannte Tapezierbürsten (oder auch Tapetenwischer), allerdings erfordern diese im Umgang auch etwas Übung und Geschick. Es kann also sehr frustrierend sein, wenn dir die Bürste nicht so gut weiterhilft, wie du gehofft hast. Daher empfiehlt sich für Tapezier-Einsteiger eher oder zusätzlich eine sauberere Moosgummiwalze mit denen du die Luftbläschen einfach „rausdrücken“ kannst oder ein Plastespachtel (Rakel).

Tapeten aus Papier lassen sich in der Regel schwerer anbringen und sind daher nicht für Anfänger zu empfehlen. Solltest du dich trotzdem für eine entscheiden, dann empfehlen wir den Kauf oder das Ausleihen einer Kleistermaschine (insbesondere bei großen Flächen!). So kannst du einfach die Tapetenbahnen durch die Maschine ziehen und erhältst gleichmäßig eingekleisterte Tapete. Dadurch ersparst du dir den mühseligen Schritt das Papier selbst zu kleistern. Dennoch musst du den Kleber ein paar Minuten einweichen lassen, bevor du die Tapetenstreifen an der Wand anbringen kannst. Achte darauf, dass jede Bahn gleich lang im Kleisterbett liegt, da sich Papiertapeten während des Einweichens leicht verziehen. Nur wenn die Bahnen alle gleich lang eingeweicht sind, passen die Übergänge an der Wand perfekt zusammen.

Porsche Tapete mit grafischem Fischgräten-Muster in Beige

Wähle eine Tapete aus Vlies zum Bekleben deiner Wand wie diese hier. Eine Porsche Tapete mit Fischgräten-Muster macht dein Tapezier-Leben um einiges leichter.

2 – Ungenaue Weichzeiten und schlechte Faltung

Stümperhaftes Tapezieren lässt sich oft auf einen ungenauen Umgang mit empfohlenen Einweichzeiten bei Papiertapeten zurückführen. Bei Tapeten aus Papier musst du den Kleber direkt auf das Papier auftragen und es dann „zusammenlegen“ (leicht falten, am Besten in einer bestimmten Technik um Knicke zu vermeiden). Anschließend muss man genau die richtige Wartezeit zum Einweichen des Klebers abpassen, bevor die Tapete angebracht werden kann. Beim Einweichen erweitert sich die Tapete und beim anschließenden Trocknen schrumpft sie wieder etwas zusammen. Daher solltest du die Zeitangaben auf den Anweisungen genau befolgen, um Lücken oder unpassende Übergänge zwischen den Tapetenstreifen zu vermeiden.

Achte darauf, dass beim “Zusammenlegen” der Tapete die Ecken alle genau aufeinander abgestimmt sind. Der Kleber kann ansonsten leicht und zu schnell trocknen, wenn zu viel Luft an die Ecken der Tapete gelangt. Dadurch kann deine Tapete nach dem Anbringen leichter abblättern, sofern die Ecken und Ränder überhaupt halten.

3 – Auswahl komplizierter Tapete

Nun da du über einige der Schwierigkeiten mit Tapete aus Papier Bescheid weißt, tu‘ dir einfach einen Gefallen und vermeide sie. Die letzte Entwicklung auf dem Tapetenmarkt hat ein Material hervorgebracht, das als „Vlies“ bezeichnet wird. Vlies ist eine Mischung aus natürlichen und künstlichen Fasern, die entweder zusammengepresst oder gefilzt wurden, um ein flexibles, aber dennoch widerstandsfähiges Material herzustellen. Mit diesem Material ist Tapezieren so einfach wie noch nie, da du den Kleber direkt auf der Wand auftragen kannst, statt jeden einzelnen Streifen einzukleistern und die durchtränkte Tapete dann mühselig anzubringen. Das bedeutet auch, dass du nie wieder bestimmte Einweichzeiten abwarten musst - der Teil beim Tapezieren, bei dem die meisten Fehler passieren, entfällt!

Solltest du zudem mal Lust auf eine Veränderung haben, kannst du Vliestapete ganz einfach von der trockenen Wand abziehen. Die Tage des Abkratzens nasser Tapetenreste sind endgültig vorbei! Falls du dein Tapeziererlebnis also so unkompliziert und einfach wie möglich gestalten möchtest, dann halte nach Vliestapete Ausschau!

Ein anderes Merkmal, auf das du neben dem Material achten solltest, ist das Muster deiner Tapete. Ansatzfreie Tapeten (oder Tapeten ohne Ansatz) haben keine graphischen Elemente, die übereinstimmen müssen und sind daher leicht zu kleben. Tapeten mit geradem Ansatz besitzen zwar ein Muster, das auch bündig abschließen muss, allerdings ist jede Bahn genau gleich. Schließlich gibt es noch Tapeten mit versetztem Ansatz, also einem unregelmäßigen Muster. Abhängig von der Wiederholungshäufigkeit kann das Muster aus einem halben oder ganzem Rapport bestehen. Bei einem halben Rapport wiederholt sich das Motiv auf jeder Bahn, bei einem ganzen Rapport kann es sein, dass es sich auf drei oder mehr Bahnen nicht wiederholt. Diese Tapeten (mit versetztem Ansatz) sind am schwierigsten anzubringen, müssen genau berechnet werden und erzeugen durch den Versatz den meisten Verschnitt. Sei‘ also gewarnt!

Rote Tapete mit Radierungen in Gold

Diese rote Tapete mit goldenen Radierungen hat einen ganz besonderen Platz verdient!

4 – Zu viel Chaos

Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass Tapezieren auch schnell etwas chaotisch werden kann und zu viel Chaos führt bekanntermaßen zu Frust. Bereite dich also gut vor und packe genug Erfrischungs- und Feuchttücher (oder alternativ alte Handtücher oder Geschirrtücher) ein. Diese können dir wunderbar behilflich sein, wenn du deine Hände sauber machen möchtest, bevor du dich besonders wertvoller Tapete zuwendest, oder Schmutzflecken und Kleckse beseitigen willst, falls du gespritzt oder getropft hast. Feuchte Wischtücher können die Lage im Nu entspannen.

5 – Nicht genug Platz & zu wenig Licht

Du machst dir das Leben nur unnötig schwer, wenn du dir nicht genug Arbeitsraum und angemessene Beleuchtung schaffst. Daher reicht es nicht, wenn du die Möbel nur ein Stück von der Wand wegschiebst – du brauchst wirklich Platz! Den Fußboden kannst du nutzen, um deine Tapetenstreifen auszulegen und die Muster aufeinander abzustimmen. Mit dem richtigen Licht kannst du zudem jedes Luftbläschen erkennen und ihm den Kampf ansagen. Genug Raum und Licht erleichtern dir das Tapezieren und machen den ganzen Prozess viel komfortabler.

6 – Kein ausreichender Vorrat an Tapete

Ein häufiges Problem, das leider sehr oft vorkommt, ist eine falsche Berechnung der benötigen Menge an Tapete. Oftmals wird die Anzahl an Tapetenrollen drastisch unterschätzt, so dass am Schluss die halbe Wand unbedeckt bleiben muss. Dies ist besonders riskant, da bei einer Nachbestellung deine Wunschtapete von derselben Charge eventuell nicht mehr verfügbar ist, so dass deine unterschiedlichen Bestellungen farblich vielleicht nicht 100% zusammenpassen. Falls du trotz guter Vorbereitung also doch einmal nachbestellen musst, dann versuche unbedingt Tapete mit der gleichen Anfertigungsnummer zu erhalten!

Die Berechnung für die richtige Tapetenmenge ist gar nicht immer so einfach wie es auf den ersten Blick scheint. Der Musteransatz, den du für deine Tapeten ausgewählt hast, also ansatzfrei, gerader oder versetzter Ansatz, ist entscheidend für deine Kalkulationen. Bei Tapeten mit geradem oder versetztem Ansatz müssen die Muster aufeinander abgestimmt werden, so dass ein gewisser Anteil an Tapetenverschnitt entsteht. Diese Umstände solltest du unbedingt in deine Berechnungen einbeziehen, bevor du deine Tapete kaufst. Selbst wenn du deine benötigte Anzahl an Tapete berechnet hast, ist es zu empfehlen, noch mindestens ein bis zwei Tapetenrollen extra zu kaufen, falls dir beim Tapezieren doch mal ein Fehler unterlaufen sollte. Nutze doch einfach unseren professionellen Tapetenrechner und erspare dir mühselige Überlegungen!

Schimmernde Tapete mit geometrischem Muster

Die horizontalen Linien auf dieser schimmernden Tapete mit geometrischem Muster würden Unebenheiten zwischen den Mustern deutlich hervorheben

7 – Keine gute Vorbereitung der Wände

Nach all’ der ganzen Arbeit, um die Tapete an der Wand anzubringen, wäre es sicherlich sehr frustrierend, wenn sie gleich wieder abblättern würde, oder? Um das zu vermeiden, müssen wir gedanklich an den Anfang zurück. Stelle sicher, dass deine Wände weder fettig noch staubig sind und reinige sie vorher unbedingt! Außerdem solltest du darauf achten, dass deine Wände komplett trocken sind, bevor du die Tapete anbringst.

Deine Wand unter der Tapete hat generell schon bessere Tage gesehen, so dass eine kurze Reinigung vielleicht nicht reicht? Dann trage eine Grundierung auf, bevor du mit dem Tapezieren beginnst. So stellst du sicher, dass deine Tapete auch wirklich hält. Zudem kannst du so Farbunregelmäßigkeiten abdecken, die anderenfalls eventuell durch die Tapete durchscheinen würden – denn nicht alle Tapeten sind blickdicht! Falls du mit Unebenheiten und feinen Rissen zu kämpfen hast, dann könntest du ein Untergrundvlies anbringen. Das ist eine besonders dicke weiße Tapete, die alle Mängel deiner Wand fast komplett verschwinden lässt.

8 – Blindes Vertrauen in gerade Wände

Intuitiv scheint es dir vielleicht verlockend, beim Tapezieren an einer Ecke zu beginnen und dich bis ans andere Ende der Wand vorzuarbeiten – das solltest du jedoch keinesfalls tun! Ungenaue Winkel, ungerade Wände sowie unebene Decken sind häufige Probleme, die dir das Tapezieren erschweren. Auch wenn dir diese Dinge vielleicht noch nicht direkt bei dem ersten Tapetenstreifen auffallen, so ist es später, wenn du dich schon durch den Raum gearbeitet hast, oftmals zu spät, um Korrekturarbeiten vorzunehmen. Nimm stattdessen ein Senklot oder eine Wasserwaage, um sicherzugehen, dass dein erster Streifen wirklich gerade und eben ist.

Taubengraue einfarbige Tapete mit blumigem Motiv

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